So funktioniert das Deckenlauf-Prinzip
Ein Sektionaltor besteht aus mehreren waagerechten Paneelen, die über Scharniere gelenkig verbunden sind. Seitliche Zargen führen das Torblatt zunächst senkrecht nach oben, danach übernehmen waagerechte Laufschienen unter der Decke. Laufrollen in den Schienen und ein Federpaket über oder hinter dem Sturz halten das Gewicht im Gleichgewicht.
Weil das Torblatt beim Öffnen die Öffnung vollständig verlässt und unter die Decke wandert, bleibt der Bereich vor der Garage frei. Das ist der praktische Hauptunterschied zum Schwingtor, dessen einteiliges Blatt beim Öffnen nach außen ausschwenkt und dort Platz braucht.
Paneelaufbau: Was in einer Sektion steckt
Eine Sektion ist typischerweise ein Sandwich aus zwei Stahldeckschichten mit dazwischenliegender Dämmung. Die Deckschichten sind verzinkt und beschichtet, die Dämmung sorgt für Steifigkeit und reduziert Wärmeverluste und Geräusche. Je nach Serie unterscheiden sich Paneelstärke, Dämmstoff und Oberflächenstruktur.
An den Stoßkanten zweier Sektionen liegt der sicherheitsrelevante Teil: Ein fingersicherer Kantenverlauf verhindert, dass Finger beim Schließen zwischen die Paneele geraten. Zwischen den Sektionen sitzen zusätzlich Dichtungen, die zusammen mit Boden-, Seiten- und Sturzdichtung die umlaufende Abdichtung bilden.
- Deckschichten aus verzinktem, beschichtetem Stahl
- Dämmkern für Steifigkeit, Wärme- und Schallschutz
- Fingersichere Sektionskanten innen wie außen
- Dichtungsebenen an Boden, Sturz, Seiten und zwischen den Sektionen
Beschlagsarten und Sturzbedarf
Die Beschlagsart legt fest, wie das Torblatt von der Senkrechten in die Waagerechte übergeht, und bestimmt damit den benötigten Sturz. Der Standardbeschlag braucht einen üblichen Sturz und ist die kostengünstigste Variante. Für Garagen mit sehr niedrigem Sturz gibt es Niedrigsturzbeschläge, bei denen das Federpaket und die Schienenführung anders angeordnet sind.
Umgekehrt gibt es Beschläge für hohe Stürze, die das Torblatt zunächst weiter nach oben führen, bevor es unter die Decke läuft. Für Garagen mit geneigter Decke sind Beschläge verfügbar, bei denen die Laufschienen der Dachschräge folgen. Welche Variante möglich ist, ergibt sich aus dem Aufmaß, nicht aus dem Katalog.
- Standardbeschlag: übliche Sturzhöhe, einfachste Konstruktion
- Niedrigsturzbeschlag: für Garagen mit wenig Platz über der Öffnung
- Beschlag für erhöhte Führung: nutzt vorhandene Sturzhöhe aus
- Beschlag für Dachschrägen: Laufschienen folgen der geneigten Decke
Platzbedarf in der Garage
Das Sektionaltor braucht im geöffneten Zustand eine freie Deckenfläche in Torbreite und ungefähr Torhöhe. Deckenleuchten, Dachfenster, Rohrleitungen, Regale oder ein Dachbodenzugang können mit den Laufschienen kollidieren. Auch seitlich sind einige Zentimeter Anschlagbreite für die Zargen erforderlich.
Deshalb gehört zum Aufmaß immer ein Blick in die Garage und nicht nur auf die Fassade. Wo die Decke nicht frei ist oder frei bleiben soll, ist ein Rolltor die technisch sauberere Lösung. Wo vor der Garage kaum Platz ist, spricht das eindeutig gegen ein Schwingtor.
Abgrenzung zu Schwing- und Rolltor
Das Schwingtor besteht aus einem einteiligen Torblatt, das beim Öffnen nach außen kippt und dann unter die Decke fährt. Es ist konstruktiv einfach und unempfindlich, verlangt aber Freiraum vor der Garage und lässt sich schlechter dämmen als ein Sektionaltor mit mehrschichtigen Paneelen.
Das Rolltor wickelt sein Torblatt auf eine Welle über der Öffnung und benötigt weder Deckenfläche noch Schwenkraum, dafür aber Platz für den Wellenkasten. In der Wärmedämmung liegt es üblicherweise hinter dem Sektionaltor, weil die Behangprofile deutlich dünner sind als Sektionspaneele. Wer Dämmung, volle Durchfahrt und Komfort kombinieren will und eine freie Decke hat, fährt mit dem Sektionaltor am besten.
Antrieb und Bedienung beim Sektionaltor
Sektionaltore werden über einen Deckenschleppantrieb bewegt, dessen Schiene mittig unter der Decke verläuft und über einen Mitnehmer am obersten Paneel angreift. Ketten-, Zahnriemen- und Spindelantriebe unterscheiden sich vor allem in Laufgeräusch und Geschwindigkeit. Bei Wohnräumen über oder neben der Garage ist ein Zahnriemenantrieb die ruhigere Wahl.
Weil der Antrieb Teil des Sicherheitskonzepts ist, werden Endlagen und Kraftbegrenzung bei der Inbetriebnahme eingestellt und geprüft. Eine Notentriegelung erlaubt das Öffnen von Hand bei Stromausfall, bei Garagen ohne zweiten Zugang ist zusätzlich eine Notentriegelung von außen sinnvoll.